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| Schizophrenie der Gedanken |
 Ich
zerbreche mir stundenlang den Kopf darüber, wie ich etwas ausdrücke ohne es wirklich
auszudrücken. Ich überlege mir Formulierungen die etwas sagen sollen, obwohl
ich es irgendwie doch nicht sagen will.
Doch wieso quäle ich meinen Geist derart, wenn ich es doch einfach sagen könnte?
Die Antwort lautet Angst. Angst vor der falschen Antwort, der falschen Reaktion.
Es ist ein Spiel das jeder spielt. Nicht weil es jedem Spaß macht, sondern weil
es nötig ist. In dem Moment wo man jemanden sieht, verrät einem der Rythmus seines
Herzens, was man über diesen jemand denkt und fühlt. Doch anstatt gleich zu
sagen was man empfindet macht man Andeutungen und beginnt ein Spiel das Isaac
Newton als das Wechselwirkungsprinzip beschrieb, nämlich "actio
et reactio".
Mein Vater beschrieb diese Situation einst sehr treffend als Boxkampf. Man geht
vor, tastet sich an den "Gegner" heran, probiert eine lockere Linke und weicht
ein Stück zurück um zu sehen wie der andere darauf reagiert. Ich für meinen
Teil fürchte mich aber derart vor der Reaktion auf meine Linke und die darauf
folgenden Schmerzen, dass ich nicht wage sie durchzuführen, sondern sie lediglich
antäusche um im nachhinen sagen zu können "ich habe garnicht geschlagen".
Eine Schizophrenie der Gedanken, die sich so sehr danach sehnen die durch Angst
gefesselten Wörter rauszulassen, bis letztlich nurnoch oberflächliche Floskeln
eine Fassade überwinden, hinter welcher lodernde Emotionen darauf warten auszubrechen.
Emotionen die lange verschollen waren und irgendwie doch immer da.
Das alltägliche Chaos in meinem Kopf herrscht nunmehr auch in meinem Herzen und
stellt eine Welt die funktionierte, auch wenn ihr etwas bzw. jemand fehlte,
völlig auf den Kopf.
So versuche ich also im Wirrwarr meiner Gedanken und Gefühle einen Faden zu finden
an den ich mich halten kann, um mich daran entlang zu hangeln, bis ich weiss
was zu tun ist oder aber die Zeit eine Entscheidung trifft.
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